1000 Schüler machen selber Kultur

„Kultur leben – Europa erleben“ - das setzen rund 1000 Schüler aus fünf Ländern zur Zeit beim SchulKulturCamp am Bischöflichen Abtei-Gymnasium in Duisburg in die Tat um. Sie konsumieren nicht nur Kultur, Sie machen selber Kultur. Und das mit Begeisterung.

Europäisches SchulKulturCamp am Abtei-Gymnasium Duisburg

Sie haben Europa nach Duisburg geholt. Das verrät nicht nur die Europa-Flagge, die vor dem Bischöflichen Abtei-Gymnasium in Duisburg-Hamborn weht. Denn in dieser Woche ist die Schule in Trägerschaft des Bistums Essen zu einem Veranstaltungsort der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 geworden.  850 Schüler aus Duisburg und Oberhausen sowie 150 Gäste aus England, Frankreich, Ungarn und Bosnien veranstalten zur Zeit gemeinsam ein großes „SchulKulturCamp“, und zwar nach der Devise „Kultur leben – Europa erleben“.

In den letzten drei Tagen haben die Schülerinnen und Schüler an über 50 Projekten gearbeitet, von Malerei, Tanz, Musik und Literatur über die Gestaltung von Skulpturen und Plastiken bis hin zu Theater und Film. „Wir wollen eben auch selber Kultur tun“, betont Schulleiter Thomas Regenbrecht.

Nach einem festlichen Gottesdienst in der Abtei-Kirche wurde die Schule am Donnerstag zum Ort eines großen europäischen Festes. Denn dann präsentierten die Schüler die Ergebnisse ihrer dreitägigen Projektarbeit. Und es war in der Tat ein „bunter Blumenstrauß“ europäischer Kultur. In den Trachten ihrer Heimat zogen Schülerinnen und Schüler aus Gödöllö/Ungarn mit ihrem Tanz die großen und kleinen Zuschauer in ihren Bann. „Blutig“ ging es sogar bei Stunt-Szenen aus dem Musical West-Side-Story zu. Und das Kammerorchester erntete kräftigen Beifall mit einem Potpourri bekannter Ohrwürmer, von „Pipi Langstrumpf“ bis „Take Five“.
Ganz klassisch wurde es beim „Lateinischen Theater“, eroberten den doch zahlreiche Römer und Römerinnen, in weiße Tuniken gekleidet, die Bühne und huldigten Cäsar. Natürlich alles in lateinischer Sprache, die sogar der Papagei beherrschte, der nur schwerlich seinen Schnabel halten konnte und mit seinem „Ave Caesar, victor, imperator“ den Herrscher wohl beeindrucken wollte. Das Publikum staunte über die Performance in fließendem Latein und hatte seinen Spaß an der Geschichte aus dem alten Rom.

„Kultur selber machen“ – diese Devise haben die Schülerinnen und Schüler in kurzer Zeit eindrucksvoll in die Tat umgesetzt. Da wurde beispielsweise ein großes, bleibendes Wandmosaik gestaltet, das einen Bezug zu Duisburg und zur Region herstellt. Groß war die Bandbreite der Projekte. Da gab es Musik in allen Variationen, Skulpturen, Graffitis, Handyfotografie, Bücherbasar und sogar ein Europäisches Kochbuch. Auch mit Themen wie die Neandertaler, Duisburger Sagen, Tierhaltung, Darwin, Bertolt Brecht, Innenansichten vom Stadtteil Marxloh oder Schulung der Sinne befassten sich die Schülerinnen und Schüler.


Das SchulKulturCamp macht ihnen riesig Spaß, und sie sind auch ein wenig stolz. „Das war einfach super, mal an einem richtigen Mosaik mitzuarbeiten“, freut sich der elfjährige Tim Bernsen. Sein Mitschüler Matthias Hauschild bestätigt das mit heftigem Kopfnicken: „Das hat Spaß gemacht.“  Und das spiegeln auch die vielen Gesichter auf dem Schulhof wieder, bei den deutschen und ausländischen Schülern gleichermaßen.

Und auch Schulleiter Thomas Regenbrecht ist begeistert: „Die Schülerinnen und Schüler sind die ganzen Tage mit Freude und Eifer dabei und haben Spaß daran, Kultur selber zu machen.“ Nicht anders sieht es Michael Kelly, Leiter der Partnerschule in Stevenage/England, der – wie auch die Schulleiter der Partnerschulen in Frankreich, Ungarn und Bosnien – in Duisburg zu Gast ist. „Wir freuen uns, hier zu sein bei diesem europäischen Treffen, und meine Schüler genießen jede Minute“, betont er.

Ein Höhepunkt ist sicherlich am Donnerstagabend die dreisprachige Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn in der Abteikirche St. Johann. 120 Sängerinnen und Sänger aus allen beteiligten Schulen haben diese Aufführung mit ihren Lehrern vorbereitet. Begleitet werden sie dabei von der Neuen Philharmonie Westfalen, dem größten Landesorchester in NRW, dessen Intendant spontan die Teilnahme an diesem besonderen Projekt zusagte. In dieser Zusammensetzung wird es eine „europäische Uraufführung“ geben.

Am Freitag geht es dann zu ausgewählten Orten der Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Auf dem Programm stehen u.a. das Folkwang-Museum und die Villa Hügel in Essen, der Gasometer in Oberhausen und die Helden-Ausstellung in Hattingen. (do)

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