Wahlspruch und Insignien

Die Insignien sind Zeichen staatlicher oder ständischer Macht und Würde. Bischöfliche Insignien sind das Brustkreuz, der Bischofsring, der Hirtenstab und die Mitra. Bei der Bischofsweihe stellt der Bischof seinen Dienst unter ein Motto - den Wahlspruch.

Das Wappen

Der gevierte spätgotische Halbrundschild zeigt in den roten Feldern links oben und rechts unten zwei gekreuzte, mit goldenen Griffen versehene silberne Schwerter, darüber schwebend einen sechsstrahligen goldenen Stern.  Dabei handelt es sich um das Wappen des Bistums Essen. Die beiden Schwerter beziehen sich auf die Märtyrer Cosmas und Damian, welche die Patrone des Stifts und der Stadt Essen sind. Daher führt auch die Stadt Essen ein goldenes Schwert in ihrem Doppelwappen. Der goldene Stern bezieht sich auf die Muttergottes, die ebenfalls Patronin des Stifts Essen war. Sie hatte Papst Johannes XXIII. 1959 zur Patronin des Bistums Essen erhoben.

In den silbernen Feldern rechts oben und links unten findet sich ein erniedrigter blauer Wellenbalken, welcher von einem grünen bewurzelten Laubbaum überdeckt ist.  Es ist dieses das persönliche Wappenbild des neuen Bischofs, das sich „redend“ auf den niederdeutschen Familiennamen Overbeck bezieht und der „über dem Bach“ bedeutet. Dabei steht der Wellenbalken für den Namensbestandteil „Bach“. Baum und Bach sind darüber hinaus eine Anspielung auf das Alte Testament, wo es in Psalm 1 über den Frommen heißt: „Wohl dem Mann, der Freude hat an der Weisung des Herrn … Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist“.

Hinter dem Schild befindet sich in der Mitte eine Mitra, links davon ein goldenes Vortragekreuz sowie rechts eine goldene Bischofskrümme. Darüber schwebt der für Bischöfe übliche grüne Prälatenhut mit den insgesamt 12 grünen Quasten, von denen jeweils sechs (1, 2, 3)  rechts und links an einer verschlungenen Schnüre herabhängend den Schild einrahmen. Das unterhalb des Schildes befindliche Band enthält den Wahlspruch des neuen Bischofs:  MAGNIFICAT  ANIMA  MEA  DOMINVM (Meine Seele preist die Größe des Herrn).

Das Brustkreuz

Das Brustkreuz ist nach der Mitra das bedeutendste Zeichen des Bischofs. Im Fall von Franz-Josef Overbeck ist es auch das mit der größten Symbolik. Das goldene Kreuz, an dessen Enden die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dargestellt sind, zeigt Christus in Anlehnung an das Triumphkreuz im Chorraum des St. Paulus-Doms in Münster. Auf dem Rückseite des Brustkreuzes – auch „Pectorale“ genannt – markieren fünf Brillanten die Wundmale Jesu. Die Edelsteine stammen von Ringen der Familie Overbeck. Ebenfalls auf der Rückseite sind in kleinen Behältnissen (links) Reliquien der jüngsten Seligen des Bistums Münster eingelassen: von Kardinal Graf von Galen, Anna Katharina Emmerick und Schwester Euthymia.

Der Bischofsstab

Der Bischofsstab vereint heimatliche Verbundenheit, marianische Frömmigkeit, christologische Mystik und kosmische Symbolik. Ausgangspunkt der Gestaltung des Stabes ist der Wahlspruch des Bischofs „Magnificat anima mea dominum“, die ersten Worte des Lobgesang Mariens, die am Übergang von der Krümme zum Stab zu lesen sind.

In der Krümme ist die Schmerzhafte Mutter von Telgte gestellt. Es ist eine originalgetreue verkleinerte Darstellung der Schmerzensmadonna aus dem westfälischen Marienwallfahrtsort. Maria und Jesus begegnen an anderer Stelle des Stabes noch einmal, aber diesmal symbolhaft: Zwischen Ende der Krümme und dem Stab ist ein Mondstein, Teil eines Kometen, eingesetzt. Der Bischof will damit an den Mond als Symbol für Maria erinnern, die von Christus angestrahlt wird wie der Mond von der Sonne.

Der Bischofsring

Der Ring ist aus Gold gefertigt, schlicht, ohne Stein. Zur Herstellung wurden Ringe aus der Familie des Bischofs verwendet. Dargestellt ist ein Lamm, das den Hirtendienst des Bischofs verdeutlicht. Die Darstellung  greift das Relief eines Lammes auf, das im Kreuzgang des St. Paulus-Doms in Münster über dem hinteren Eingang in die Kathedrale zu sehen ist: Das Lamm mit der Siegesfahne steht für Christus, von Johannes als „Lamm Gottes“ bezeichnet, das sein Leben hingibt und den Tod überwunden hat. Bischof Overbeck verbindet mit dem Symbol   des Lammes die Ausrichtung auf die Ewigkeit und ein Zeichen der Hingabe.

Auf der unteren Seite des Ringes steht in Abkürzungen und in lateinischer Sprache: „Franz-Josef, Bischof für das Volk“. Auf diese Weise verbindet der Ring Christus als Ursprung des Dienstes und die Gemeinde als Aufgabe. Auch sind hier einige Reliquien eingelassen.

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