Impuls: „Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt“

Beim Sonntagsevangelium muss ich schmun­zeln. Bei einer Hochzeit bekomme ich als Priester oft den Ehren­platz. Ich muss mich gar nicht gut benehmen und ande­ren den Vortritt lassen. Der beste Platz ist mir ohnehin sicher.

Aber geht es im Evangelium um gutes Benehmen? Jesus möchte uns vielmehr sagen: Nur gemeinsam könnt ihr in die­ser Welt bestehen und in das Reich Gottes gelan­gen!

Wenn Jesus uns bittet, dass wir uns nicht selbst erhöhen, dann meint er damit nicht, dass wir als Duckmäuser durch die Welt laufen sollen. Wir sind schon wer – durch ihn! Wir brauchen uns gar nicht um die besten Plätze zu streiten. Wichtig ist, dass wir bei Gott gut ankommen. Aber was heißt „bei Gott gut ankommen“? Gott liebt uns ohne Wenn und Aber, ohne unser Zutun.

Das hat sich auch Martin Luther immer wieder gefragt: „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ Er hat strenge Bußübungen auf sich genommen und sich doch für unwürdig gehalten. Bis er ver­stand: GOTT ist es, der mich gut macht, nicht meine guten Werke.

Sind unsere „guten Werke“ dann sinnlos? Nein, sie sind aber nur dann gut, wenn sie Werke der Liebe sind statt Eintritts­karten in den Himmel.

Kommen Sie gut an bei Gott und vergessen Sie nicht: den besten Platz haben Sie bereits bei ihm – in seinem Herzen.

Gary Lukas Albrecht

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Referent für Sekten und Weltanschauungsfragen

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