Ein neuer Himmel, eine neue Erde

Stellen wir uns einen geliebten Menschen vor, einen weisen Großvater vielleicht, der uns vieles beigebracht und auf vieles vorbereitet hat. Im Bewusstsein seines Endes spricht er noch einmal zu uns. Ein Schlussakkord, in dem die einzelnen Töne zusammenklingen. Jetzt werden uns nach und nach all die kleinen Details und überhörten Hinweise seines Lebens verständlich.

Ein solches Schluss-Statement ist auch die Vision vom „neuen Jerusalem“ in der Offenbarung des Johannes (Offb 21,2) am Ende des Neuen Testaments. Sie ist ein Bild, eine globale Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde: des himmlischen Jerusalems.

Damals, als das letzte Buch der Bibel geschrieben wurde, überzog das römische Kaiserreich die ersten Christengemeinden mit einer großangelegten Verfolgung. Da spendete die Vision eines neuen Himmels und einer neuen Erde Trost und Kraft: Dank Ostern, dank der Auferstehung Christi läuft das Haltbarkeitsdatum des gewalttätigen Rom ab.

Wie sich doch (scheinbar) die Zeiten gleichen: Wieder zieht sich eine Blutspur über den Globus. Doch je klarer wir sehen, dass sich die vielen Probleme der Menschheit nur miteinander, global lösen lassen, desto enger wird oft die Perspektive. Flüchtlingskrise, Umweltverschmutzungen und immer wieder die weltumspannende Gier der Briefkastenfirmen. Eine globale Strategie zum Handeln gegen all die tödlichen Krisen? Fehlanzeige!

Die Vision eines „neuen Himmels und einer neuen Erde“ ist aber keine „bodenlose Utopie“. Heute rüttelt sie uns aus Hoffnungslosigkeit auf und ermutigt: Es nicht beim Traum von einer besseren Welt zu belassen, sondern wo immer es geht daran mitzuarbeiten. Ein Schlussakkord, der zur Ouvertüre drängt…

Roman Blaut

Referent für ehrenamtliches Engagement

Roman Blaut

Zwölfling 16
45127 Essen