„Du machst ein FSJ?! Du weißt ja nur nicht, was du willst“ Aber genau das war falsch, ich wusste genau, was ich wollte und genau das hat mir das FSJ ermöglicht. 1 Jahr praktisch arbeiten obwohl man keine Ausbildung hat, 1 Jahr Kontakte knüpfen und neue Leute kennen lernen und natürlich auch 1 Jahr ein bisschen Geld verdienen. Nach dem Abi war es genau das Richtige. Man bleibt zwar der gleiche Mensch, aber anstatt Schüler bist du nun Teil eines Teams.
Und den besten Unterricht bietet das Leben ja selbst!“
Maren, 21 Jahre, Kinderhospiz
Während meinem FSJ im Kindernotaufnahmeheim konnte ich viele verschiedene Einblicke in das Berufsfeld der Heimerziehung bekommen. Ich konnte mich selbst ausprobieren, viele neue Erfahrungen sammeln und mir besser vorstellen, dass dies mein späterer Beruf werden könnte.
In meiner Einsatzstelle habe ich im Schichtdienst gearbeitet, was für mich bedeutete auch an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten. Ich habe sowohl in der Einsatzstelle, als auch bei den Seminarwochen viele Menschen kennen gelernt, mit denen ich auch nach meinem FSJ weiter Kontakt haben werde! Die 5 Seminarwochen hatten immer interessante Wochenthemen, die von uns selbst mitbestimmt werden durften und boten immer die Möglichkeit sich mit den anderen FSJlern aus dem Bistum über die gesammelten Erfahrungen auszutauschen.
Ich würde das FSJ auf jeden Fall weiter empfehlen, gerade für jemanden der sich in der Berufswahl noch unsicher ist. Ich habe in meinem FSJ „meinen“ Beruf gefunden und hatte schon die Möglichkeit mich darin selbst zu testen !
Julia, 21 Jahre, Kindernotaufnahmeheim
Nachdem ich zuerst nur auf der Warteliste gelandet war (na ja, wenigstens an erster Stelle), freute ich mich umso mehr, als ich die Nachricht bekam, ich könne nun doch ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Ich hatte mein Abi in der Tasche und sogar die Zusage für einen Studienplatz. Doch ich wollte unbedingt ein FSJ machen, um nach all dem Lernen und der Theorie endlich mal etwas vom „richtigen“ Leben zu sehen.
Ich hatte bereits bei meiner Bewerbung angegeben, dass ich gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten würde, und so landete ich im „ParkHaus“, einem Kinder- und Jugendzentrum in Oberhausen. Und dort,…naja…..,sagen wir mal so: das „richtige“ Leben schlug mir dort quasi ins Gesicht ;-). Das „Knappenviertel“ in Oberhausen ist ein sozialer Brennpunkt mit vielen Ausländern, vielen Arbeitslosen und vielen Kindern, von denen ich einige während meiner Arbeit kennen lernen durfte.
Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Hausaufgabenbetreuung, die Begleitung einer Schwimm-AG sowie die Leitung einer Tanz-AG an der „Knappenschule“, einer Grundschule, dessen Ganztagsbetreuung teilweise mit dem „ParkHaus“ verbunden ist. Dort lernte ich vor allem die jüngeren Kinder des Viertels kennen, die ich schnell ins Herz schloss. Kinder aus den verschiedensten Kulturen lernten und spielten hier zusammen, mal mehr, mal weniger friedlich. Die Herkunft spielte in dieser Altersgruppe meist keine große Rolle.
Doch am besten gefiel mir die Arbeit mit den Jugendlichen im Kinder- und Jugendzentrum. Es ist ein sehr kleines Zentrum (Hauptraum, Nebenraum, Küche, Büro), mit einem festen Stamm von 7 bis 10 Jugendlichen, die eigentlich jeden Tag dort verbringen. Natürlich dauerte es einige Zeit, bis die Jugendlichen (größtenteils jugoslawisch, albanisch, deutsch und türkisch) und ich uns aneinander gewöhnt hatten, doch schließlich entwickelte sich ein wirklich tolles Verhältnis zwischen uns.
Ich würde gerne all die Eindrücke und Erlebnisse meines FSJs schildern, doch dies würde eindeutig den Rahmen sprengen. Sagen wir mal so: Es war ein Jahr voller „Aufs“ und „Abs“, mit vielen guten, aber auch schlechten, jedoch immer lehrreichen Erfahrungen. Ich konnte viele neue und interessante Menschen kennen lernen (sowohl bei meiner Arbeit, als auch während der super schönen Seminarwochen ;-)) und habe meinen Horizont um einiges erweitert. Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen, aber auch mit meinen Arbeitskollegen, hat mir sehr viel Spaß gemacht und die Reaktionen der Menschen haben mich immer wieder in meiner Tätigkeit bestärkt. Ich habe viele der Kinder und Jugendlichen sehr in mein Herz geschlossen und bin sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe.
Das FSJ hat mich stark geprägt und mir bei der Planung meines weiteren Weges sehr geholfen. Ich kann jedem nur empfehlen, ein FSJ zu absolvieren, denn es ist eine Erfahrung für’s Leben.
Sarah, 20 Jahre, Jugendzentrum