Wir sitzen im Flugzeug auf dem Rückweg von Afrika nach Europa. Vierzehn Tage liegen hinter uns mit so vielen Erfahrungen, Eindrücken und Begegnungen in einer anderen Welt. Was nehmen wir mit zurück nach Deutschland?
Zuerst sei hier die Erinnerung an die Herzlichkeit und Freundlichkeit der Menschen genannt, die uns begegnet sind. In den Projekten, die wir besucht haben, spürten wir, willkommen zu sein. Unsere Besuche waren von den Projektpartnern gut vorbereitet und vermittelten uns viel von der Wirklichkeit ihrer Welt. Insbesondere aber die Freude und Herzlichkeit der Menschen waren immer zu spüren.
Wir nehmen aber auch die Erinnerung mit an die Erfahrungen, die uns besonders bewegten. Der Gestank des größten Müllbergs Nairobis ist noch in unseren Nasen. Die Bilder des Slumbesuchs in Nairobi haben wir noch konkret vor Augen. Und unsere Ohren hören immer noch die Schreie des Mädchens, dem die Genitalien verstümmelt werden. Manche Eindrücke können und wollen wir einfach nicht vergessen. Jede/r Einzelne von uns fragt sich, was er oder sie tun kann, um zu Veränderungen beizutragen…
In allen Projekten, die wir besucht haben, sind wir Menschen begegnet, die tatkräftig an Veränderungsprozessen arbeiten: Father John, der sich als Mann der Kirche mit politischem Bewusstsein für die Menschen in den Slums und auf der Müllhalde einsetzt. Schwester Ester, die ein Netzwerk mit über hundert Sozialarbeiterinnen aufgebaut hat, das sich um AIDS-Kranke kümmert, Francis, der als Arzt eine Organisation leitet, die sich gegen die weibliche Genitalverstümmelung engagiert, Father Frederic, der in der Erzdiözese Arusha ein Entwicklungsbüro der Kirche leitet, das eine Vielzahl von Hilfsprojekten koordiniert und viele andere mehr. All diese Menschen haben uns nicht nur gesagt, was sie und ihre Mitarbeiter tun, sondern sie sind darüber hinaus auch die Botschafter der Hoffnung, dass diese Welt veränderbar ist. Selbst Strukturen und politische Verhältnisse sind veränderbar, wenn sich Menschen dafür einsetzen. Wir alle können dazu beitragen. Als Christen sind wir besonders gefordert, denn im Gesicht jedes Armen und Notleidenden begegnet uns Gott. Und das weltweite Netzwerk, das die Kirche hat, bietet für Solidarität und Nächstenliebe hervorragende Voraussetzungen.
Mit nach Hause nehmen wir auch Bilder von einer traumhaften afrikanischen Landschaft: Von Savannen, bevölkert von tausenden wilder Tiere (wobei wir vier der sogenannten „Big Five“ mit eigenen Augen sahen: Büffel, Nashorn, Löwen und Elefant). Wir sahen fruchtbare Regionen, in denen Kaffee und Bananen wuchsen und bestaunten den schneebedeckten Kilimanjaro. Wir genossen ein angenehmes Klima mit viel Sonne…
Dankbar nehmen wir all diese Eindrücke und Erfahrungen mit, die unser Leben bereichern, aber für auch eine Verpflichtung darstellen. Wir waren Teil einer Gruppe haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter aus dem Bistum Essen, die das Glück hatten, an dieser Reise teilnehmen zu dürfen. Zurück in Deutschland werden wir unsere Eindrücke und Erfahrungen an andere weitergeben, sie mit anderen teilen und so dazu beitragen, dass die Menschen, die uns in Afrika begegnet sind, nicht vergessen werden.
Dank sagen möchte ich im Namen aller Mitreisenden ganz herzlich den Verantwortlichen von Misereor Barbara Küpper und Dr. Dieter Richarz, sowie Petra Schürmann vom Kindermissionswerk, ohne deren Kontakte und Engagement diese Reise nicht möglich gewesen wäre. Dank aber auch an missio Referent Heiner Ganser-Kerperin und Thomas Zander, die als Verantwortliche des Bistums Essen diese Lern- und Begegnungsreise mit den oben Genannten organisiert haben.
„It was time for Africa“ – können wir in Anlehnung an das Motto dieser Reise festhalten.
Geschrieben von Martin Fey, 5. November 2011











