Ausgedruckt am:  16.05.12

Fragen und Antworten zum Zukunftskonzept

Mitgliederentwicklung

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Wie viele Katholiken zählt das Bistum Essen heute?

 

Das Bistum Essen zählt rund 912.000 Katholiken. Seit der Gründung des Bistums im Jahre 1958 ist die Mitgliederzahl von knapp 1,5 Millionen Katholiken um mehr als ein Drittel auf diese Größe zurückgegangen.

 

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Wie viele Katholiken verliert das Bistum Essen jährlich?

Das Bistum Essen verliert jährlich rd. 16.000 Katholiken; das entspricht etwa den Mitgliederzahlen von vier durchschnittlichen Gemeinden. Die Gründe dafür sind vor allem Abwanderung, Geburtenrückgang, Sterbeüberhang und Kirchenaustritte.

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Sind Kirchenaustritte der Hauptgrund für die sinkenden Mitgliederzahlen?

 

Nein. Die Zahl der Kirchenaustritte ist im Ruhrbistum rückläufi g. 2007 verzeichnete das Bistum Essen 3.203 Kirchenaustritte, 2004 waren es noch 4.050 Kirchenaustritte. Gründe für die sinkenden Mitgliederzahlen sind vielmehr der Geburtenrückgang und Abwanderung von Katholiken aus dem Gebiet des Bistums Essen.

 

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Gibt es auch Kircheneintritte?

 

Ja. Im Jahre 2006 gab es im Bistum Essen 224 Eintritte (- 15,2 % gegenüber Vorjahr) und 458 Wiederaufnahmen (-8,6 % gegenüber Vorjahr). Dem standen 3.083 Kirchenaustritte gegenüber.

 

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Wie wird sich die Katholikenzahl im Ruhrbistum weiter entwickeln?

 

Nach Schätzungen eines demografi schen Gutachtens wird die Zahl der Katholiken im Bistum Essen bis zum Jahr 2020 auf ca. 840.000 zurückgehen.

 

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Rechnet das Bistum Essen bei der Umsetzung des Zukunftskonzeptes mit Kirchenaustritten?


Es ist nicht auszuschließen, dass katholische Christen die Neustrukturierung zum Anlass nehmen, ihrer Kirche den Rücken zu kehren. Eine solche Entscheidung schmerzt. Nicht weil das Ruhrbistum dadurch einen Kirchensteuerzahler verliert, sondern weil jemand für sich entschieden hat, nicht mehr länger zur Gemeinschaft der katholischen Kirche gehören zu wollen. Ein Zusammenhang zwischen der Neustrukturierung und der Zahl der Kirchenaustritte konnte bislang aber nicht festgestellt werden. In den Jahren 2005 bis 2007 sind die Austritte gesunken.

 

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Wie wird sich die Zahl der Priester im Bistum Essen entwickeln?

 

Zur Zeit hat das Bistum Essen 369 aktive Priester (bis 75 Jahre). Die Zahl der Priester bis 65 Jahre wird sich bis zum Jahre 2019 um ca. 37 Prozent auf 155 Priester reduzieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass jährlich zwei Männer zu Priestern geweiht werden.

 


Finanzen/Kirchensteuer

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Wie werden sich die Kirchensteuereinnahmen im Bistum Essen in den kommenden Jahren entwickeln?

 

Der demographische Wandel im Ruhrgebiet, die Auswirkungen der Steuergesetzgebung und die konjunkturelle Entwicklung in den vergangenen Jahren haben die fi nanzielle Situation des Bistums Essen verschärft. Trotz vorübergehend steigender Kirchensteuereinnahmen (2007: + 9 Prozent) geht die mittelfristige Finanzplanung für die Folgejahre jedoch wieder von rückläufi gen Kirchensteuereinnahmen aus. Die allgemeine Problemlage im Ruhrgebiet hat sich nicht verändert: anhaltend überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit, wachsendes Durchschnittsalter der Kirchenmitglieder, Abwanderung von Arbeitskräften aus dem Ruhrgebiet und die demographische Entwicklung.

 

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Wie hoch ist der Anteil der Kirchensteuerzahler unter den Katholiken des Bistums Essen?

 

Von den derzeit rund 912.000 Katholiken im Bistum Essen zahlen lediglich ein Drittel Kirchensteuer.

 

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Verfügt das Bistum Essen nicht mehr über Rücklagen?

 

Ende 2004 beliefen sich die freien Rücklagen noch auf 1,5 Millionen Euro. Die Kirchensteuereinnahmen in 2004 sind, bedingt durch die vorgezogene Stufe der Steuerreform und die anhaltende schwierige konjunkturelle Lage, um rund 14 Millionen Euro geringer ausgefallen als erwartet. Somit sind die restlichen Rücklagen zur Deckung des Haushaltes 2004 eingesetzt worden.

 

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Wie hat das Bistum Essen ohne vorhandene Rücklagen immer wieder einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können?

 

Zum einen hat das Bistum Essen das Haushaltsvolumen zurückgefahren. Der Haushaltsansatz für 2008 liegt um 8,6 Millionen Euro unter dem Haushaltsabschluss 2006. Zum anderen mussten in den vergangenen Jahren für die Deckung des Haushaltes (einschl. Finanzierung der Sozialpläne) Kredite in Höhe von etwas mehr als 40 Millionen Euro aufgenommen werden. Der Haushalt 2008 sieht erstmalig keine Neuverschuldung vor. Eine dauerhafte Kreditaufnahme ist der Kirche auch nicht erlaubt und führt zu unvertretbaren Einschränkungen des seelsorglichen Auftrags.

 


Generalvikariat/MitarbeiterInnen

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Hat die Neustrukturierung auch zu Veränderungen im Bischöfl ichen Generalvikariat geführt?

 

Ja, das Generalvikariat hat sich durch Reduzierung und Zusammenfassung verschiedener Aufgabenfelder neu strukturiert. Statt ehemals neun Dezernate gibt es nunmehr in der Bischöfl ichen Verwaltung noch fünf Dezernate und verschiedene Zentralabteilungen.

 

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Wie sieht diese Struktur konkret aus?

 

Die Bischöfliche Verwaltung umfasst die Dezernate Pastoral, Schule und Hochschule, Kirchengemeinden, Personal sowie Finanzen und Bischöfl iche Liegenschaften. Dazu kommen verschiedene Zentralabteilungen (u.a. Caritative Einrichtungen, gesellschaftliche und weltkirchliche Aufgaben, Recht und Kommunikation).

 

 

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Ist die Neustrukturierung nur eine Folge von drastisch gesunkenen Kirchensteuereinnahmen oder auch das Ergebnis einer schlechten Finanzplanung in der Vergangenheit?

 

Bereits in den vergangenen Jahren wurden durch verschiedene Entscheidungen und Maßnahmen der absehbaren fi nanziellen Entwicklung Rechnung getragen. Unter anderem hat das Bistum Essen als erste deutsche Diözese die Hilfe einer Unternehmensberatung in Anspruch genommen. Das daraus resultierende Einsparvolumen betrug rund 55 Millionen DM. Es wurden z.B. Ausgaben budgetiert, Stellen nicht wieder besetzt, unrentable Immobilien verkauft. Im übrigen wird der Haushalt durch ein unabhängiges Gremium, den Kirchensteuerrat, kontrolliert und offen gelegt. Darüber hinaus wird der Jahresabschluß durch eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft.

 

 

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Wie hat das Bistum den Personalabbau umgesetzt?

 

Das Bistum Essen musste auf allen Ebenen entsprechend der Mitgliederzahl und der fi nanziellen Mittel Personal abbauen. Deshalb wurde in enger Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung des Bischöflichen Generalvikariates ein Sozialplan aufgestellt, der in Form von Dienstvereinbarungen auch in den Gemeindeverbänden und Pfarreien angewandt wird. Dieser beinhaltet u.a. Maßnahmen wie Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen, Abfi ndungsvereinbarungen, die Vermittlung in Qualifizierungsmaßnahmen, Umschulungen sowie die Vermittlung in eine Transfergesellschaft.

 

 

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Gab es bislang betriebsbedingte Kündigungen?

 

Mit Hilfe der genannten Instrumente (siehe oben) war und ist es das Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Dies ist bislang auf allen Ebenen weitgehend gelungen.

 

 


Stadt-/Kreisdekanate

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Bleibt die so genannte „Mittlere Ebene“ in den Stadt und Kreisdekanaten erhalten?

 

Nein, die Aufgaben der „Mittleren Ebene“ werden neu zugeordnet und direkt mit dem Generalvikariat und den Pfarreien verknüpft. Die Gemeindeverbände haben zum Teil die Arbeit bereits eingestellt.

 

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Was geschieht mit den katholischen Stadthäusern?

 

Als Sitz der Gemeindeverbände und der angeschlossenen Einrichtungen werden die Katholischen Stadthäuser im bisherigen Umfang nicht mehr benötigt. Eine weitere kirchliche Nutzung wird vorrangig angestrebt.

 

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Wird es auch weiterhin Stadt- bzw. Kreisdekanate geben?

 

Ja. Sie umfassen die Pfarreien einer Stadt bzw. eines Kreises und repräsentieren in ihren Organen die Katholische Kirche in den Städten und Kreisen. Zur Erfüllung der administrativen Aufgaben steht dem Stadt-/Kreisdekanat eine Geschäftsstelle zur Verfügung.

 

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Wer pflegt in Zukunft die Kontakte zur Kommune?

 

Der Stadt-/Kreisdechant leitet das Stadt-/Kreisdekanat und vertritt das Bistum gegenüber der Kommune bzw. dem Kreis und repräsentiert das Stadt-/Kreisdekanat in der Öffentlichkeit.

 

 

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Wird es auch weiterhin einen Stadtkonsult geben?

 

Nein. Als gemeinsames Gremium von Priestern, Laien, Verbänden, kirchlichen Einrichtungen und Werken auf der Ebene der Stadt bzw. des Kreises wird es in Zukunft die „Katholische Stadt-/Kreiskonferenz“ geben. Sie initiiert, fördert und begleitet das pastorale, politische, soziale und kulturelle Wirken des Stadt-
/Kreisdekanates und sorgt in besonderer Weise für die funktionale und pastorale Zusammenarbeit von Bistum, Pfarreien, Verbänden und kirchlichen Einrichtungen und Werken auf Stadt- bzw. Kreisebene.

 

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Wer übernimmt die bisherigen Aufgaben der Gemeindeverbände, Stadtsekretariate und angeschlossenen Einrichtungen?

 

Die bisherigen Aufgaben der Gemeindeverbände werden durch das Bischöfliche Generalvikariat und die Verwaltungsleiter/innen der Pfarreien wahrgenommen. Die Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen sind in die Trägerschaft der Caritas überführt worden. Ihre Zahl wird reduziert. Die Katholischen Jugendämter wurden aufgelöst und in die Trägerschaft der Katholischen Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Essen gGmbH überführt. Die Jugendarbeit wird schwerpunktmäßig auf die Pfarrei-Ebene verlagert. (Familienbildungsstätten siehe „Bildungseinrichtungen“; Jugendämter siehe Kinder- u. Jugendarbeit). Die Öffentlichkeitsarbeit vor Ort wird nicht mehr durch Pressereferentinnen und –referenten wahrgenommen, sondern wird mit Unterstützung der Zentralabteilung Kommunikation neu organisiert.

 


Bildung und Jugendarbeit

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Bleibt das Angebot der Familienbildungsstätten und Bildungswerke in bisheriger Form erhalten?

 

Nein. Die Familienbildungsstätten und Bildungswerke wurden in eine neue Trägerschaft überführt. Die neu gegründete „Katholische Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH“ (KEFB) vereinigt jetzt unter ihrem Dach elf Katholische Familienbildungsstätten und zehn Bildungswerke in neu gefassten Regionen. Trotz Konzentration durch Zusammenschlüsse gibt es weiterhin ein fl ächendeckendes Angebot, zum Beispiel in Zweigstellen, Pfarreien, Gemeinden und an anderen Orten. Mit 160.000 Unterrichtsstunden und 15.000 Teilnehmertagen zählt die KEFB zu den großen Bildungsträgern im Ruhrgebiet.

 

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Wie wird die Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Essen organisiert?

 

Zum 1. Januar 2007 wurde die „Katholische Kinder- und Jugendarbeit im Bistum Essen gGmbH“ gegründet. Sie ist Rechtsnachfolgerin der neun katholischen Jugendämter im Bistum Essen, die zeitgleich aufgelöst wurden. Zu den Aufgaben der neuen gemeinnützigen GmbH zählen u.a. der Einsatz der pädagogischen Fachkräfte in den Pfarreien und die Mittelzuweisung für regionale Zentren der Jugendpastoral. Hauptaufgabe der Mitarbeiter(-innen) ist die Begleitung der auf Ortsebene gebildeten „runden Tische Jugend“, von Netzwerken und anderen Initiativen.

 

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Wie sicher ist die Zukunft der bistumseigenen Schulen?

 

Die Schulen in Trägerschaft des Bistums Essen bleiben erhalten. 2007 hat das Ruhrbistum sogar für das Mariengymnasium in Essen-Werden einen Neubau errichtet. Der Neubau wurde fi nanziert durch den Verkauf von unrentablen Immobilien, zweckgebundenen Zuwendungen und durch ein Darlehen.

 


Pfarreien

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Wie sind die Kirchengemeinden neu strukturiert worden?

 

Von 2006 bis 2008 sind die 259 Kirchengemeinden im Bistum Essen zu 43 Pfarreien neu zusammengefasst worden. Die neuen Pfarreien (als Körperschaft des öffentlichen Rechts) umfassen jeweils mehrere Gemeinden und zählen zwischen 4.000 und 43.000 Katholiken.

 

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Pfarreien Was ist das Ziel der Neustrukturierung der Gemeinden?

 

Ziel ist es, dass die Kirche im Bistum Essen in den einzelnen Gemeinden und Gemeinschaften und auf den Feldern der Seelsorge eine Kirche bleibt, die ihren seelsorglichen Auftrag wahrnimmt, die ihre missionarische Kraft entfaltet, die hineinwirkt in den gesellschaftlichen und politischen Bereich dieser Region, die caritativ bleibt, in der es ehrenamtliches Engagement in voller Entfaltung wie bisher gibt und in der Gemeinden geistliche Zentren werden.

 

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Waren die Kirchengemeinden an der Entscheidungsfindung für die Neuordnung der Pfarrein beteiligt?

 

Ja. Alle Kirchengemeinden sind über einen verbindlichen Vorschlag für die Neuordnung der Pfarreienstruktur informiert worden mit der ausdrücklichen Aufforderung, diese vorgelegten Pläne zu beraten und Zustimmungs- und Änderungswünsche als Voten an die Kommission „Neue Pfarreien“ im Bischöflichen Generalvikariat zu richten. Die eingegangenen Voten wurden ausgewertet, Umsetzungsmöglichkeiten von Veränderungswünschen geprüft und veränderte Vorlagen im Bischofsrat noch einmal beraten. Im Januar 2006 gab der Bischof seine Entscheidungen durch ein Hirtenwort allen Gemeinden gleichzeitig bekannt.

 

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Überfordert die Neustrukturierung der Gemeinden die Menschen nicht?

 

Es wird sicher Menschen geben, die sich mit dem Zukunftskonzept nach wie vor schwer tun werden. Veränderungen, auch wenn sie notwendig sind, wecken zunächst immer Angst und Unsicherheit Umso wichtiger wird es sein, sich immer wieder den daraus ergebenden Fragen der Menschen in den Gemeinden zu stellen.

 

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Welche Kriterien wurden für die Benennung der Pfarreien und Gemeinden herangezogen?

 

Für die Auswahl der Pfarreien und Gemeinden wurden folgende Kriterien herangezogen: Pastorale und geschichtliche Bedeutung, Erreichbarkeit, geografi sche Lage, soziale Struktur der Gemeinde und im Stadtteil, Gemeindegröße, Anzahl der zur Gemeinde gehörenden Gebäude, Bausubstanz, Berücksichtigung früherer Kooperationsvereinbarungen mit benachbarten Gemeinden.

 

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Müssen ggf. Kirchen und Pfarrzentren verkauft werden?

 

Das Bistum Essen wird sich von nicht mehr benötigten Immobilien trennen müssen. Der Abriss oder Verkauf einer Kirche bleibt „ultima ratio“, die Entscheidung darüber liegt beim Bischof. Hinsichtlich der Nutzung haben Umwidmungen Vorrang.

 

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Was meint der Begriff „weitere Kirchen“?

 

Die zukünftige Organisationsstruktur der Seelsorge im Bistum Essen sieht 43 Pfarreien vor. In dieser Struktur gibt es Kirchen, die weder als Pfarr-, Gemeinde- oder Filialkirche benötigt werden. Im Etat der Pfarreien sind deshalb für diese Kirchen keine Finanzmittel mehr vorgesehen. Für diese Kirchen, die im zukünftigen Pastoralkonzept als Gottesdienstort funktionslos werden, wurde der Begriff „weitere Kirchen“ geprägt. In einem verbindlichen Vorschlag hat der Bischof die Pfarreienstruktur dargestellt und dabei auch die „weiteren Kirchen“ konkret benannt. „Weitere Kirche“ heißt nicht: „Zum Abriss freigegeben!“. Für jede dieser Kirchen ist eine Einzelfallentscheidung über ihre Zukunft notwendig.

 

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Was ist bislang mit den „weiteren Kirchen“ geschehen?

 

Von den 96 „weiteren Kirchen“ im Bistum Essen wurden bisher drei Kirchen abgerissen. Für etwa 30 Kirchen hat es schon Entscheidungen gegeben, für weitere 20 laufen verbindlichen Planungen für eine künftige Umnutzung. (Stand August 2008)

 

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Was ist eine „Filialkirche“?

 

Eine „Filialkirche“ ist die Bezeichnung für einen weiteren Gottesdienstort in einer Pfarrei (Gemeinde). Diese zusätzliche Kirche ist einer Pfarrei (Gemeinde) zugeordnet und von ihr abhängig.

 

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Was ist der Unterschied zwischen „Pfarrer“, „Pastor“ und „Kaplan“?

 

Ein „Pfarrer“ ist ein vom Bischof ernannter Priester, der mit der selbständigen und verantwortlichen Leitung und Seelsorge einer Pfarrei beauftragt wird. Ein „Pastor“ ist im Bistum Essen ein vom Bischof ernannter Priester, der mit der Seelsorge einer Gemeinde beauftragt wird. Ein „Kaplan“ ist der in einer Pfarrei (Gemeinde) tätige Priester, der dem Pfarrer oder Pastor als Helfer zur Seite steht.

 

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Wie geht es mit der Kirchenmusik im Bistum weiter?

 

Um die wichtigsten kirchenmusikalischen Zentren zu erhalten und eine kirchenmusikalische Mindestversorgung zu sichern, führt das Bistum schrittweise - parallel zur Bildung der neuen Pfarreien - einen Mindeststellenplan für die Kirchenmusik ein. Sie werden aus der Schlüsselzuweisung an die jeweilige Pfarrei finanziert. Darüber hinaus können die Pfarreien weitere kirchenmusikalische Stellen einrichten, sofern die Pfarrei diese selbst finanzieren kann. Aufgrund der unterschiedlichen Größe der Pfarreien wird in jeder Pfarrei eine eigene kirchenmusikalische Konzeption mit unterschiedlicher Ausrichtung erforderlich.

 


KiTa/Caritas

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Warum wird das Bistum Essen bis zum Sommer 2010 insgesamt 300 Gruppen in den Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder (KiTa) abbauen?

 

Deutlich weniger Geburten – insbesondere im Ruhrgebiet, eine erheblich sinkende Zahl katholisch getaufter Kinder, eine seit Jahren angespannte Haushaltslage des Ruhrbistums und der Wunsch nach einem „katholischen Profil“.


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So mancher zeigt sich überrascht von dieser Entscheidung. Hat das Bistum die Entwicklung zu spät erkannt?

 

Nein. Schon im Juli 2001 forderte das Orientierungspapier „Zukunftsfähigkeit erhalten – Spielräume sichern“ vor dem Hintergrund der kirchlich-pastoralen, gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen sowie der veränderten finanziellen Rahmenbedingungen eine Anpassung der Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder im Bistum Essen. Der Prozess des schrittweisen Rückbaus von Gruppen wurde schon in den zurückliegenden Jahren in Gang gesetzt. Der geplante Gruppenrückbau ist bisher jedoch nur unzureichend erfüllt worden. Allein im Jahre 2006 gab es noch 114 Gruppen mehr als eigentlich angestrebt. Auch in dem 2006 durch den Bischof von Essen in Kraft gesetzten „Zukunftskonzept“ für das Ruhrbistum wurde festgeschrieben, das Angebot kontinuierlich dem Bedarf anzupassen und sich dabei sowohl an der demografischen Entwicklung als auch an den gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen zu orientieren.

 

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Wie werden sich die Kinderzahlen entwickeln?

 

Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW (LDS NRW) werden für den Zeitraum 2006-2015 keine steigenden Kinderzahlen in den Kommunen des Ruhrbistums prognostiziert. Der erwartete Geburtenrückgang beträgt demnach: in Essen und Bochum bis 7 %, in Duisburg, Oberhausen, Bottrop und Gladbeck 7 bis 11 %, in Mülheim, Gelsenkirchen, im Ennepe-Ruhr- und im Märkischen Kreis 11 bis 19 %.

 

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Rechnet das Bistum Essen auch mit einer sinkenden Zahl katholisch getaufter Kinder?

 

Ja, es wird weniger katholisch getaufte Kinder geben. Im Jahr 2001 wurden im Bistum Essen 6.348 Kinder getauft, 2006 waren es nur noch 5.662. Das entspricht einem kontinuierlichen jährlichen Rückgang von ca. 2 %. Hochgerechnet gäbe es im Jahr 2010 demnach 5.272 Taufen, d.h. in neun Jahren sinken die Taufen um 18 %.

 

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Was heißt das für die Katholischen Tageseinrichtungen für Kinder?

 

Das bedeutet, dass es in den katholischen KiTa immer weniger katholische Kinder geben wird. Zur Zeit sind in den pfarrgemeindlichen KiTa im Durchschnitt nur noch 56 % der Kinder katholisch, 17 % sind evangelisch, 15 % islamisch, 9 % ohne Konfessionszugehörigkeit und 3 % Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften. Ein weiterer Rückgang des Anteils katholisch getaufter Kinder erschwert die Aufrechterhaltung eines „katholischen Profils“.


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Will das Bistum Essen in Zukunft seine KiTas nur noch für katholisch getaufte Kinder öffnen?

 

Nein. Die schon im Jahr 2001 im Orientierungspapier festgeschriebenen Optionen haben auch weiterhin Gültigkeit: nämlich für alle katholischen Kinder im Kindergartenalter ein Platzangebot in einer katholischen Kindertageseinrichtung bereit zu halten, darüber hinaus bistumsweit wie bisher Kindergartenplätze über die eigene Planzahl hinaus für nicht katholische Kinder zur Verfügung zu stellen und mitzufinanzieren. Die katholischen KiTa sind allerdings keine Regeleinrichtungen sondern zunächst einmal ein Angebot an katholische Kinder und deren Eltern. Die Einlösung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz ist eine staatliche Aufgabe. Als ein freier Träger unter anderen hilft die Kirche mit, dass Kommunen den Rechtsanspruch erfüllen können.


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Ist die wirtschaftliche Lage des Bistums Essen immer noch angespannt?

 

Ja. Seit Jahren befindet sich das Bistum Essen in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Rücklagen gibt es nicht mehr. Das „Zukunftskonzept“ sieht vor, insgesamt 70 Millionen Euro einzusparen. Trotz vorübergehend steigender Kirchensteuereinnahmen (2007: + 9 Prozent) geht die mittelfristige Finanzplanung für die Folgejahre jedoch wieder von rückläufigen Kirchensteuereinnahmen aus. Die allgemeine Problemlage im Ruhrgebiet hat sich nicht verändert: anhaltend überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit, wachsendes Durchschnittsalter der Kirchenmitglieder, Abwanderung von Arbeitskräften aus dem Ruhrgebiet und die demographische Entwicklung. Entgegen dieser Haushaltsentwicklung des Bistums haben sich die Ausgaben, also der Trägeranteil, für die Tageseinrichtungen für Kinder seit 2001 nicht verringert. Im Jahr 2006 wurden von jedem eingenommenen Euro Kirchensteuer allein 17 % für die KiTa ausgegeben. Nimmt man die Kosten für die Verwaltung und Fachberatung der Einrichtungen hinzu, ergibt das rund 21,3%.


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Welches Angebot hält das Bistum Essen zur Zeit noch vor?

 

Im Ruhrbistums gibt es insgesamt 923 Gruppen mit 21.116 betreuten Kindern in 334 Kindertageseinrichtungen, davon 317 Einrichtungen in Trägerschaft des KiTa-Zweckverbandes. (Stand August 2008)


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Wie viele Gruppen werden bis 2010 in den Städten und Kreisen des Bistums Essen abgebaut?

 

Bis zum Sommer 2010 werden im Ruhrbistum schrittweise 240 Kindergartengruppen sowie insgesamt 60 Hort- und altersgemischte Gruppen abgebaut. Der vom Bistum vorgegebene Abbau von Kindergartengruppen verteilt sich wie folgt: Altena: -6; Bochum: -34; Bottrop: -20; Duisburg: -54; Essen: -39; Gelsenkirchen: -29; Gladbeck: -17; Hattingen/Schwelm: -3; Lüdenscheid: -3; Mülheim: -10; Oberhausen: -25.


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Welchen Stellenwert haben die KiTas für das Bistum Essen?

 

Die katholischen Kindertageseinrichtungen bleiben ein wichtiges kirchliches Anliegen. Das Bistum Essen beabsichtigt, auch zukünftig ein profiliertes Engagement im Bereich der Tageseinrichtungen für Kinder zu sichern. Diesem Ziel diente die Gründung des „KiTa-Zweckverbandes“ als Träger der bislang pfarrlichen Einrichtungen. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren soll ausgebaut werden. Außerdem sollen in allen Pfarreien Familienzentren geschaffen werden.


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Wie ist der Zeitplan für die Bedarfsanpassung?

 

Der Gruppenabbau soll schrittweise bis zum Sommer 2010 erfolgen. Welche Einrichtungen betroffen sind, haben Pfarreien/Gemeinden gemeinsam mit dem Kita-Zweckverband erarbeitet. Daran wurden auch Kirchenvorstände, Pfarrgemeinderäte, Koordinierungsausschüsse oder Kuratorien beteiligt.


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Sind die Kommunen an diesem Beratungsprozess beteiligt?

 

Ja. Im Juni 2007 wurden die Oberbürgermeister und Bürgermeister bei einem Gespräch im Bischofshaus in Essen über die Rückbaupläne des Bistums informiert. Vor Ort sind die kommunalen Jugendämter in die Beratungen zur Gestaltung der Umsetzung miteinbezogen worden. Der Gruppenrückbau erfolgt in enger Abstimmung mit den für die Jugendhilfeplanung zuständigen Abteilungen der Kommunen.


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Welche Auswirkungen hat der Gruppenrückbau auf das Personal?

 

Der Fortfall von Arbeitsplätzen verursacht selbstverständlich zunächst Unsicherheit auf Seiten der MitarbeiterInnen, die aufgrund der großen Zahl offener Fragen im Zusammenhang mit der Gesetzesnovelle noch erheblich verstärkt wird. Es besteht aber die berechtigte Hoffnung, den Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen realisieren zu können.


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Wie will das Bistum Beschäftigungsverhältnisse sichern und erforderlichen Stellenabbau umsetzen?

 

Als großer Träger ist der Kita-Zweckverband in der Lage, Personalmaßnahmen umfassender zu organisieren, als für kleine Träger mit nur wenigen Einrichtungen. So besteht die Möglichkeit, über Versetzungen, Oualifizierungsmaßnahmen und Stellenbörse die Planung von Personalmaßnahmen zu strukturieren und besondere Belastungen aufzufangen. In diesem Jahr konnte darüber hinaus eine große Zahl der befristeten Beschäftigungsverhältnisse verlängert werden. MitarbeiterInnen mit längerfristigen Arbeitsverhältnissen sind nicht von einem Verlust des Arbeitsplatzes bedroht.

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Wo und wie musste die Caritas Einsparungen vornehmen?

 

Seit 2004 ist der Bistumszuschuss für die offene Caritasarbeit (Beratungsstellen) um fast 50 Prozent zurückgefahren worden. Hinzu kamen erhebliche Kürzungen auch bei den Landeszuschüssen. Dies hatte zum Teil einschneidende Personaleinsparungen zur Folge. Beim Diözesan-Caritasverband sank die Zahl der Beschäftigten von 108 auf 56 Mitarbeiter/innen. Die operativen Dienste wurden zum großen Teil von den örtlichen Caritasverbänden (besonders Essen) übernommen. Hinzu kommen geplante Zusammenlegungen von örtlichen Caritasverbänden und Kooperationen in etlichen Fachbereichen zwischen den Ortsverbänden.

 

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Wie hat sich die Caritas im Rahmen des Zukunftskonzeptes des Bistums neu aufgestellt?

 

Der Prozess der „Neuaufstellung“ läuft. Die örtlichen Caritasverbände richten sich auf die neuen Pfarreien aus. Dafür wurde erstmalig unter anderem auch eine „Ordnung für die Verwendung der Sammlungsmittel in den Pfarreien und Gemeinden“ erstellt. Die Übernahme einiger Dienste (Katholische Ehe-, Familien- und Lebensberatung, Telefonseelsorge) sowie weitere Vernetzungen ergeben neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Ehren- und Hauptamtlichen. Die Kooperation zwischen dem Dezernat „Pastoral“ und dem Diözesan-Caritasverband wird intensiviert.

 

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