Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes
Prälat Dr. Hans-Werner Thönnes ist von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck zu seinem Generalvikar ernannt worden. Diese Entscheidung gab der neue Ruhrbischof am Sonntag, 20. Dezember, im Anschluss an seine Einführung im Essener Dom bekannt. Thönnes war bereits vom 1. September 2004 bis 19. Dezember 2008 "alter ego" von Bischof Dr. Felix Genn.
Der am 25. August 1953 in Essen geborene Hans-Werner Thönnes wächst im Stadtteil Steele auf. Seine Familie lebt in der Gemeinde St. Joseph. „Wenn ich nicht die lebendige Jugendarbeit in unserer Gemeinde hätte miterleben dürfen und ich nicht einen so überzeugenden wie überzeugten Religionslehrer gehabt hätte, wäre ich womöglich heute doch Lehrer“, sagt Hans-Werner Thönnes.
So entscheidet er sich als 19-Jähriger im Herbst 1972 für das Studium der katholischen Theologie an der Ruhr-Universität Bochum. Hier studiert er als Priesteramtskandidat und lebt im Priesterseminar. Nur fünf Jahre später macht er sein Abschlussexamen und geht dann für ein Jahr in das Bischöfliche Priesterseminar nach Essen-Werden. Am 2. März 1979 weiht Bischof Dr. Franz Hengsbach den jungen Essener zum Priester. Seine Kaplansjahre verbringt Thönnes bis 1986 in St. Ludgerus, Essen-Rüttenscheid, sowie in St. Gertrud von Brabant, Bochum-Wattenscheid. Thönnes: „Gerade an diese Zeit als Kaplan und die vielen Begegnungen mit den Menschen in den Stadtteilen denke ich immer wieder gerne zurück.“ Seine Freude an der Jugendarbeit hat er sich auch als Priester erhalten. So wird er 1983 neben seiner Tätigkeit als Kaplan zum Stadtjugendseelsorger für Bochum-Wattenscheid ernannt. 1986 wird Thönnes Geistlicher Leiter des Diözesanverbandes der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) im Ruhrbistum. Von 1988 bis 1990 ist er als Rektor im Seelsorgeamt des Bischöflichen Generalvikariates tätig. Im Januar 1989 wird er zum Domvikar an der Hohen Domkirche zu Essen ernannt. Sein Weg führt ihn am 1. Juli 1990 zurück an das Bischöfliche Priesterseminar – diesmal als Regens und damit Leiter des Seminars. Nach seiner Promotion 1993 ernennt ihn Papst Johannes Paul II. zum Päpstlichen Ehrenkaplan. Von 1999 bis 2004 ist der Regens zugleich auch Vorsitzender der Konferenz der Regenten der Priesterseminare Deutschlands.
Seit September 2004 ist der Zwölfling in der Essener Innenstadt sein berufliches wie privates Zuhause – Büro und Wohnung liegen unmittelbar nebeneinander. In den Zeiten des Umstrukturierungsprozesses im Ruhrbistum muss Dr. Hans-Werner Thönnes als Generalvikar, als „alter ego“ von Bischof Dr. Felix Genn, den anstrengenden Spagat zwischen seelsorglich Wünschenswertem und ökonomisch Möglichem wagen. Heute sind die kirchen- wie staatskirchenrechtlichen Fragen geklärt und die neue organisatorische Struktur des Ruhrbistums steht. „Diese Struktur muss jetzt mit Leben gefüllt werden, das ist die Herausforderung in der vor uns liegenden Zeit“, betont Thönnes. Auch im Bereich der Kindertagesstätten in katholischer Trägerschaft musste das Bistum Essen in den vergangenen Jahren handeln. Mit der Gründung des Kita-Zweckverbandes im August 2006 ist der Essener Generalvikar überzeugt, eine stabile Organisation für das Engagement des Bistums für Kinder und ihre Familien gefunden zu haben. Die Gründung des Zweckverbandes hat Thönnes als Generalvikar mit auf den Weg gebracht, das Gelingen liegt ihm noch immer sehr am Herzen. „Für uns ist es wichtig, dass das Engagement der Kirche für die nächste Generation spürbar bleibt, aber es muss auch in den kommenden Jahren bezahlbar bleiben. Mit dem Kita-Zweckverband haben wird eine funktionsfähige Organisation geschaffen, die auch inhaltlich stark engagiert ist“, so Generalvikar Hans-Werner Thönnes.
Ehrenamtlich engagiert sich Hans-Werner Thönnes für den Förderverein KinderPalliativNetzwerk Essen e.V. „Der Förderverein möchte die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Kindern in der Geborgenheit der Familie, also zu Hause, ermöglichen und verbessern“, beschreibt er das Engagement des Vereins. Das Netzwerk unterstützt Familien mit schwerkranken Kindern auf vielfältige Weise von der Vermittlung der Pflege über soziale Dienste bis hin zur seelsorglichen Begleitung. Erholung und Ablenkung findet Thönnes beim Joggen. Der Musikliebhaber ist auch gerne - soweit es der Terminkalender zulässt - zu Besuch in der Essener Philharmonie. Als Freund der Modernen Kunst begeistert er sich immer für namhafte Ausstellungen – gerade wenn sie im Ruhrgebiet stattfinden.
Dorothee Renzel-Walter

