Diözesanpartnerschaft Hongkong

Die Partnerschaft der Bistümer Hongkong und Essen
Im Jahre 1961 – drei Jahre nach der Gründung des Bistums Essen – rief Bischof Dr. Franz Hengsbach in einem Hirtenwort zur Hilfe für das Bistum Hongkong auf. “Wollt ihr mir helfen,” so heißt es darin, “der religiösen Not in Hongkong zu begegnen?” Die Solidarität der Christen erwies sich in einer beeindruckenden Spendenbereitschaft. Die Mittel konnten dafür verwendet werden, die pastorale Arbeit in Hongkong und auch den Bau von Kirchen und kirchlichen Einrichtungen zu finanzieren. Hongkong ist seit mehr als zehn Jahren keine britische Kronkolonie mehr, sondern gehört zur Volksrepublik China. Nach wie vor gibt es für die Einwohner Hongkongs besondere Rechte. Der Einfluss der kommunistischen Regierung der Volksrepublik nimmt jedoch zu.
Seit längerem engagiert sich die Kirche von Hongkong auf dem chinesischen Festland. Dort sind Christen Ausgrenzungen und auch Verfolgungen ausgesetzt. Trotz dieser belastenden Situation steigt die Zahl der Christen in China stark. Getragen von einem missionarischen Grundverständnis, das Verkündigung und sozialen Einsatz einschließt, engagieren sich Priester, Ordensleute und in großer Zahl auch Laien für den Sendungsauftrag der Kirche in einer Lage, in der der Einsatz mit Gefahren verbunden ist.
Wenn in den 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts die Verbindung der Kirche in Hongkong und Essen als Patenschaft verstanden wurde, die einen zentralen Schwerpunkt in der finanziellen Hilfe hatte, so ist daraus seit den 70-er und 80-er Jahren eine Partnerschaft entstanden, die den lebendigen Austausch zum Mittelpunkt hat. Dieser Austausch bereichert beide Partner.
Die chinesische Religionswissenschaftlerin Gao Sining sagt über die Chancen für die Kirche in China: “Wenn die chinesische katholische Kirche weiter den Geist von Reform und Öffnung entfaltet, den Austausch mit dem Ausland und die Dynamik des ‚nach draußen Gehens und nach drinnen Einladens‘ weiter verstärkt, ... dann wird sie ... auch in der Lage sein, zur harmonischen Entwicklung der sich im Zeitalter der Globalisierung befindenden chinesischen Gesellschaft ihren gebührenden Beitrag zu leisten.” Und umgekehrt können Christen in Deutschland durch den Kontakt mit Christen in China erleben, wie aus der Freude am Glauben der Wille und die Bereitschaft entstehen, Menschen die Botschaft des Evangeliums weiterzugeben, sodass unsere Kirche wachsen kann.
Das Bistum Essen und das Bistum Hongkong pflegen einen schon fast 40jährigen Kontakt. Neue Aktivitäten sind geplant, so zum Beispiel ein Austausch von Freiwilligen oder Studienaufenthalte im “Holy Spirit Centre”, der theologisch-katechetischen Akademie des Bistums Hongkong. Weihbischof John Tong aus Hongkong formulierte im vergangenen Jahr ein Gebet für die Christen in China und Deutschland. Darin heißt es: “Mögen sie fest und stark zu ihrem Glauben an Christus und seiner Kirche stehen und davon Zeugnis ablegen. Mögen sie die Frohe Botschaft durch die Liebe zum Nächsten aussäen.” Die Partnerschaft der Bistümer Hongkong und Essen will einen Beitrag dazu leisten, dass dies gelingen kann.
Thilo Esser
Links:
Website des Bistums Hongkong
Website des China-Zentrums Sankt Augustin

